© 2017 Alfred Pfister

Auf dem Landweg nach Griechenland vom

27.April – 25. Mai 2012 Teil 2

Glifia – Kolokotroni 11.Mai 2012

Heute Morgen habe ich erst mal von dem verfügbaren Internet profitiert, meine wichtigen Mails abgerufen und nach möglichen Camping oder Stellplätzen gesucht. Leider fehlt ja der Drucker, so muss man alle Daten von Hand kopieren oder als Textdatei speichern, beides ist umständlich. Die Chefin hat mich mit grossem Trari- Trara verabschiedet, wenn ich dann wiederkomme usw. sehr familiär das Ganze, was mir auch mein deutscher Nachbar bestätigt, sie kommen scheinbar fast jedes Jahr von der Nordsee bis dahin. Nur für die Reise planen sie je eine Woche hin und eine Woche zurück, da braucht man schon mehr als 2 - 3 Wochen Ferien. Frühstück genossen, Wasser-Tank gefüllt geht's los. Ich muss erst wieder zurück auf die E-55 bevor ich Richtung Süden abbiegen kann. An Zitronen- und Orangenhainen geht’s entlang durch kleine Dörfer. Mein erstes Ziel die Halbinsel Katakolo, laut Karte soll es da einen Leuchtturm geben, den habe ich nicht gesehen, ausser das kleine Türmchen an der Hafeneinfahrt gilt hier als Leuchtturm, dafür liegt das Schiff Zenith am Quai, ein mittlerer Kreuzfahrer, die herumschwirrenden Touris kommen sicher alle von da her. Der grosse Haufen aber wurde mit Bussen nach Olympia gefahren, es waren auch so noch genug vor Ort. Ich habe mir dann auf dem riesigen Platz vor dem Hafen mein Süppchen gekocht, mit den Würstchen vom Lidl die erstaunlicher weise sehr gut schmecken. Ich kaufe ja vom Lidl hauptsächlich die griechischen Jogurts in der Kg Packung, bei meinem Konsum an Jogurt genau das richtige. Auf der Weiterfahrt schickt mich meine Navi-Tante wieder einmal durch die engsten Gassen, aber sei die Gasse auch noch so eng, eine Grieche findet immer noch einen Parkplatz um kurz was einzukaufen und dafür den ganzen Verkehr lahmzulegen. Ab Zaharo fange ich mit der Campingplatz Suche an, der erste liegt viel zu weit vom Meer entfernt, also weiter, der zweite wäre ok aber er ist geschlossen und am Eingang hängt ein „zu verkaufen“ Schild, kaufen wollte ich eigentlich keinen sondern nur übernachten. Ich fahre der Beach entlang ob man eventuell frei stehen könnte, aber der Strand ist ausserhalb des Dorfes so zugemüllt, dass ich weiter fahre. Erst gibt es für eine ganze Weile nichts, dann kommt wieder einer der noch zu ist. In der Zwischenzeit wird die Strasse wieder sehr eng und in einem Olivenhain mit Pfählen auf meiner Seite kommt mir ein LKW entgegen, ich halte an um ihn vorbei zu lassen, es war immer noch zu knapp, er fährt mir den Spiegel weg und brechert einfach weiter. Bei beiden Spiegeln ist zwar das Glas noch OK aber das Blinker Glas ist kaputt. In der Bucht von Navarinou sind auf der Karte wieder Campingplätze eingezeichnet, der erste ist wiederum nicht so toll aber der zweite ist wunderbar. So stehe ich nun mit der Motorhaube keine 10 Meter vom Sandstrand weg mit einer wunderbaren Rundsicht über die Bucht. Die Fischer werfen ihre Netze aus aber es hat schon wieder dunkle Wolken, mit einem Sonnenuntergang wird wohl nichts. Ich habe ja auch gar keine Zeit für solche Dinge, ich muss ein paar T-Shirts waschen, heute morgen habe ich das letzte aus dem Schrank geholt, wer da wohl wieder bei der Planung versagt hat, mein Kleiderschrank zu Hause ist vollgestopft mit T-Shirts und ich muss hier welche waschen. Dann steht ja auch noch grillen auf dem Stundenplan, das Schweins-Filet führe ich nun schon ein paar Tage herum, heute muss ich es machen wenn ich es nicht wegschmeissen will. Dem Koch sei Dank, es schmeckt der Crew. Campingplatz N 36°56'45.2" E 21°42'29.4" Gefahrene Km 180
Kolokotroni – Stoupa 12.Mai 2012 Am Samstag gibt's ja traditionell das English-Breakfast mit Spiegeleiern und Speck so kommt man gestärkt in den Tag. Meine T-Shirts sind natürlich nicht trocken also muss ich sie wohl so einpacken. Da der Campingplatz über eine gute Infrastruktur verfügt, will ich alles was möglich ist loswerden, WC und Wasser entsorgen, Wasser-Tank wieder füllen. So geht's los in Richtung Süden. Erster Halt der Hafen von Pylos, da liegt das kleine Kreuzfahrer-Schiff, das ich heute Morgen habe einlaufen sehen. Über die Berge komme ich nach Methoni und sehe mir da die Festung an, das ganze ist riesig, es sind auch schon jede Menge Touris mit Bussen da, ich stehe neben einem WOMO aus Polen. Ich wechsle auf die gegenüber liegende Seite nach Koroni und folge der Küste. Bei Patalid fahre ich an den Hafen runter und mache da auf einem grossen Platz meine Mittagsrast. Kein Mensch da, alles bestens bis ein paar Griechen kommen und anfangen Fussball zu spielen, so ein Lärm von 4 Leuten ist unrealistisch, zum Glück dauert ihr Spieltrieb nicht zu lange und ich kann sogar in Ruhe mein Mittagsschläfchen zelebrieren. Nun weiter nach Kalamatta. Ich bin mal gespannt was sich hier so verändert hat.  Eigentlich nichts, erst komme ich an der Zigaretten-Fabrik Keranis vorbei wo ich vor vielen Jahren einige Male gearbeitet habe. Auch die Ufer-Promenade ist noch gleich. Meine damaligen Hotels finde ich auch unverändert. Es muss hier aber sehr viel stärker geregnet haben, als da wo ich herkam, die Strasse ist voller tiefen Pfützen und man muss aufpassen, damit man die Leute am Strassenrand nicht duscht. Ich finde keinen geeigneten Platz für die Nacht und fahre weiter Richtung Süden auf den zweiten Finger. Ich folge einem Italienischen WOMO der Küste entlang, hier soll es laut Karte einen Campingplatz geben. Die Frau am Steuer vor mir hat grosse Mühe ihren alten Hymer durch die engen Kurven zu kriegen. Campingplatz finde ich keinen aber die Strasse wird noch enger und führt nun auch noch in die Berge, zum Glück kommt niemand entgegen, ausweichen wäre wirklich nicht drin. Der nächste Campingplatz ist zwar ausgeschildert, aber wiederum führt eine sehr enge Strasse dahin. Natürlich ist er wieder einmal geschlossen und es gibt keine Wendemöglichkeit. Ich muss also weiterfahren bis ich eine Möglichkeit habe umzudrehen. Murphy’s Law es kommt mir ein VW-Bus entgegen, er fährt rückwärts in eine Einfahrt um mich vorbei zu lassen. Der nächste Platz soll in Stoupa sein, der ist geöffnet und ich komme bei strömendem Regen da an. Es giesst so stark, dass ich erst mal vor der Rezeption stehe und abwarte, es ist sowieso niemand da zum Einchecken. Nachdem der Wolkenbruch vorbei ist klappt dann auch das Einchecken, ich finde einen schönen Platz unter einem Eukaliptus-Baum. Der Platzwart hat mir auch beim einchecken gleich das Password fürs WIFI gegeben und so kann ich meine Mails erledigen. Der Regen hat aufgehört, umso besser, bei dem weichen Untergrund könnte sonst die Weiterfahrt morgen zum Problem werden. Camping Kalogria Stoupa N 36°50'57.7" E 22°15'32.2" Gefahrene Km 151
Stoupa - Neo Itilo 13.Mai 2012 Ich habe es heute gar nicht eilig, nach der Dusche und dem Frühstück erst mal lange mit den Nachbarn aus D gequatscht. Sie geben mir ein paar Tipps wo ich wegen der Grösse meines Fahrzeuges aufpassen müsse. Ich habe erst noch mal Wasser und WC entsorgt und neu aufgefüllt, im Süden gibt es keine Campingplätze und so muss ich wohl wild campieren. Im lokalen Supermarkt noch die Vorräte aufgefüllt und gegen 11:00 bin ich dann endlich losgefahren. Der tiefblaue Himmel von heute Morgen beginnt sich auch schon wieder mit schwarzen Wolken zu füllen was mir gar nicht gefällt. Kaum bin ich wieder in den Bergen fallen die ersten Tropfen, kein Wetter fürs fotografieren.  Als ich von den Bergen runter an die Küste komme, sehe ich kurz vor Aeropoli ein Schild „WOMO Parking free“, ich sehe mir das an, ich brauche ja sowieso einen Ort um mein Mittagessen zu halten. Sehr enge Strasse aber am Ende eine schöne Taverne und der Stellplatz ist direkt am Meer. Nach all den griechischen Salaten und vom schlechten Wetter inspiriert koche ich mir eine Mehlsuppe mit viel geriebenem Käse drin, Abwechslung muss sein. Mein Mittagsschläfchen wird vom trommeln des Regens aufs Dach nicht gestört, als ich nach 1/2 Stunde aufwache scheint wieder die Sonne. Ich setze mich in die Sonne und geniesse die Ruhe. Nachher ordne ich noch meine Fotos im PC und erstelle eine Sicherungs-Kopie. Heute Abend will ich in der Taverne speisen, was sich als eine gute Idee herausstellt, der Wirt ist sehr freundlich, das Essen ist gut und die Preise ausser für Fisch sind korrekt, und erklärt mir hinterher der Parkplatz gehöre ihm und man stehe da sehr sicher.   Stellplatz Neo Itilo N 36°41'44" E 22°22'42" Gefahrene Km nur 32 aber man hat ja Urlaub
Neo Itilo – Elefonisos;   14. Mai 2012 Ich bin recht früh wach, obwohl mich eigentlich nichts in meiner Ruhe gestört hätte. Frühstück machen, aber das gestern gekaufte Brötchen wird durch aufbacken auch nicht besser, ist wohl für Hot-Dogs gedacht. Schnell bin ich reisefertig und es geht los in Richtung Aeropoli. Hier nun die grosse Frage, will ich die Strecke zum Akr. Tenaro ein 4. mal machen oder lasse ich es gut sein, man hat mir ja dringend davon abgeraten die Ostküste mit dem WOMO zu fahren wegen der engen Gässchen und den tiefen Balkonen, davon ist mir natürlich nichts in Erinnerung, habe ich doch die Strecke bisher immer in einem kleinen Mietwagen gemacht, ich erinnere mich nur, dass beim letzten mal meine Begleiterin Zustände gekriegt hat wegen der ungesicherten Strasse mit den steil abfallenden Berghängen. Ich entscheide mich also weiter zu fahren in Richtung Kotronas. Die Bucht da ist sehr schön und so folge ich der Küste bis Skoutari um dann auf dem direkten Weg nach Githio zu fahren. Hier hat sich seit meinem letzten Besuch nicht viel verändert, ausser dass der schöne alte Hafenkran nun verschwunden ist. Ich folge weiter der Küste, komme an einem Schiffswrack vorbei.  Ab Trinisa geht es wieder von der Küste weg nach Skala, Molai und Sikea. Hier nehme ich die Abzweigung nach Monemvasia. Der Felsen mit dem Kastell ist schon beeindruckend und die Bezeichnung Gibraltar Griechenlands ist schon richtig. Es ist Mittagszeit und so suche ich mir ein Restaurant aus um zu Essen. Leider gibt es kein einziges mit Drehspiess, was ist wohl aus den ganzen Grill-Bistros geworden. Das Poulet und der Tomatensalat schmecken gut und alles ist noch recht preiswert. Fisch gibt es nirgends, obwohl überall Fischerboote am Quai liegen. So gestärkt fahre ich weiter nach Neapoli, erst mal wieder durch die Berge, die schmalen Strassen sind ja noch zu ertragen, aber die Dörfer sind der Horror. Wenn es besonders eng wird, hat sicher noch ein Grieche seinen Rosthaufen da geparkt. In Neapoli gibt es nichts sehenswertes, auch einen guten Stellplatz für die Nacht gibt es nicht, also muss ich wohl zurück fahren. Kurz nach Neapoli kommt eine Abzweigung zu der Fähre nach Elafonisos also da hin, bei Fähren gibt es doch immer Parkplätze und da kann man sicher auch übernachten. So ist es auch und so stehe ich an vorderster Front und sehe dem Treiben der Fähren zu, alle halben Stunden kommt die kleinere und dann wieder die grössere. Meistens sind auch ein paar Passagiere drauf, Autos eher sehr wenige. Stellplatz an der Fähre nach Elafonsinos: N 36°31'15.9" E 22°58'44.6" Gefahrene Km 195
Elafonsinos – Iria; 15. Mai 2012 Heute geht's wieder Nordwärts. Erst mal zurück auf die Hauptstrasse und dann die gleiche Strecke zurück wo ich gestern herkam. Dann aber der Küste entlang bis Skala. Die Strasse ist recht gut, es gibt nicht all zu viele enge Dörfer. Um Skala herum gibt es ja kilometerlang nur Orangen-Plantagen, alle Baume vollbehangen. Jetzt geht's wieder bergauf nach Sparta. Nach Voultiani versuche ich doch an die Ostküste rüber zu fahren aber leider ohne Erfolg. Nach dem ich zweimal versucht habe Abzweigungen zu nehmen die in Dörfern so eng waren, dass kein Durchkommen war, musste ich schweren Herzens umkehren, nichts zu machen. Der Ausflug auf über 1000m war zwar sehr schön, führte er doch durch Föhrenwälder, die man in der Dichte nicht erwartet hätte. Zurück auf die E961 ging's Richtung Tripoli. Bei Kamari bog ich ab in Richtung Astros. Hier wird teilweise an der Strasse gebaut, es stehen schon etliche Brückenpfeiler oder Überführungen aber wohl erst im Rohbau, mit der jetzigen Krise wird das wohl noch ein paar Jahre dauern bis es hier weitergeht. Ich fahre ans Meer runter, bei Akr. Astros soll ein Campingplatz sein aber er sieht nicht besonders toll aus, es gäbe zwar hier auch eine Gelegenheit zum frei stehen aber ich muss ja mein WC und Wasser entsorgen, ich brauche also einen Campingplatz. Ich mache einen Abstecher nach Epidaurus, am Hafen kehre ich ein bei Mike, hier haben wir vor Jahren im Hotel gewohnt, leider stehen überall Schilder mit Camping-Verboten den Campinplatz sehe ich mir gar nicht erst an und fahre weiter. Weiter geht's der Küste entlang bis Nafplio. Von weitem sieht man die Festung auf dem Hügel in der Abendsonne sieht das sehr gut aus. Auch die Festung auf der vorgelagerten Insel gibt ein gutes Foto-Motiv. Am Hafen ist viel los, ein Kreuzfahrer ist hier, die Australis. Sieht sehr modern aus. Die restlichen Plätze am Pier sind alle von Engländern belegt. Frei stehen geht da auch nicht, überall Schilder, obwohl hier Platz genug wäre, ausserhalb der Stadt gab es einen Platz ohne Schilder, aber da schlichen irgendwelche Zigeuner herum, was nicht für eine ruhige Nacht garantiert. Ich fahre weiter östlich der Küste entlang bis Iria Beach, wo es einen ACSI Campingplatz gibt. Dieser liegt zwar nicht direkt am Wasser, aber es fängt schon an Dunkel zu werden und ich muss ja heute unbedingt meine Lamm-Kotletten machen sonst fangen die an zu riechen. Es gibt also zartes Lammfleisch mit Teigwaren und russischem Salat. Campingplatz Iria-Beach Camping: N 37°29'49.7" E 22°59'28.1" Gefahrene Km 302
Iria - Athen – Korinth; 16. Mai 2012 Nach dem Frühstück geht's erst mal wieder ans entsorgen, das WC riecht bei der Wärme sehr schnell, da ich wohl die nächsten Tage freistehe ist das erledigt. Mein erstes Ziel Port Heli, das in den Führern so gelobt wird, ich fand es nicht so toll, ausser den Super-Jachten. Erst aber fahre ich durch Anbau-Land, überall blühen die Artischocken, sehr schöne Blüte, überall wird in den Feldern gearbeitet, Salat und Kohl wird geerntet. Ich komme mir vor wie in Polen, Kohl aller Arten und Schattierungen. Dann spielt mein Navi wieder einmal mehr verrückt und schickt mich auf die abenteuerlichsten Wege. Ich habe Ermioni eingegeben und fahre der Küste entlang, trotzdem soll ich Inland fahren, also ignorieren. Als ich dann in dem Küstenstädtchen ankomme, bin ich laut Navi 6 Km davon entfernt. Als ich zum Hafen runterfahre kommt gerade der Katamaran aus Hydra an. Er bleibt nur kurz und so schaue ich dem schönen Schiff nach als es mit Volldampf aus der Bucht rauscht. Ich fahre der Küste entlang, immer in Sichtweite der Insel Hydra, schöne Landschaft, Strasse manchmal weniger toll. So erreiche ich Galatas mit der vorgelagerten Insel Poro. Das Städtchen Poros liegt sehr malerisch zum greifen nahe. Mein Mittagessen geniesse ich auf einer Klippe direkt am Meer. Nächstes Ziel Epidaurus, hier gibt es ja einige Campingplätze, aber keiner gefällt mir so richtig. Frei stehen geht auch nicht, überall Schilder. Ich fotografiere noch den Hafen und vor allem das Hotel Mike, wo wir vor Jahren mit Familie ein paar Tage verbracht haben. Was soll's? Ich fahre weiter Richtung Korinth, an der Abzweigung steht ein Schild Fahrzeuge bis 3.5 Tonnen, unten an der Brücke angekommen sind es nur noch 3 Tonnen, ein paar Fotos und zurück, keine Schiffe in Sicht. Ich entschliesse mich kurzfristig in Athen, genauer gesagt Vari mein Abendessen zu geniessen, also fahre ich auf die Autobahn in Richtung Athen. Der Abendverkehr ist recht dicht, vor allem der Küste entlang bei Glifada. Ich fahre zu meinem beliebten Aussichtspunkt bei Vouliachmeni um zu sehen ob man da frei stehen könnte, ein Security-Mann meint das sei keine gute Idee, es treibe sich nachts komisches Volk da rum und die Polizei mache sehr oft Kontrollen. Ich sehe mir die Dickschiffe im Hafen an und fahre dann gegen 20:00 über Varcisa nach Vari. Ich suche mir das Restaurant mit den grössten Parkplätzen und fahre rein. Mein Wagen steht schlecht und ich sehe mich nach was besserem um, da sagt mir der Einweiser ich könnte auch auf dem Parkplatz des anderen Restaurants stehen, die hätten Pleite gemacht und der Parkplatz werde nicht gebraucht, also um parkieren, sofort sieht's besser aus, das Fahrzeug steht eben und erst noch Abseits der Strasse hinter dem Gebäude. Ich geniesse also mein Kokorezi und das Lamm vom Spiess. Ich mache mich zeitig in die Federn, ich will sehr früh durch Athen fahren um dem Verkehr zu entfliehen, trotz der Müdigkeit schlafe ich schlecht und so fahre ich schon um 4:00 los. Super, mitten durch die Stadt, nur die Ampeln und die Sehenswürdigkeiten bremsen den Vorwärtsdrang. Ich sehe also die hell beleuchtete Acropolis, das Regierungs-Gebäude mit den Wachsoldaten in ihren Miniröcken, Das Museum mit den Fresken, alles ohne Stress. Ich bin innert kürzester Zeit wieder auf der Autobahn, nicht ohne vorher noch günstig getankt zu haben. Ich bezahle meine Gebühr von € 8.10 und fahre gemütlich mit dem Tempomat den ganzen Weg nach Korinth. Direkt nach der Brücke stelle ich mich in eine Ecke hinter einen grossen LKW und hole noch eine Mütze Schlaf nach.    Stellplatz Isthmus Brücke N 37°55'34.9" E 22°59'33.2" Gefahrene Km 424
Korinth – Patras; 17. Mai 2012 Nach meinen nächtlichen Eskapaden habe ich erst mal neben der Brücke ein bisschen von dem Schlaf nachgeholt, bevor ich Richtung Patras aufgebrochen bin. Wieder einmal alles der Küste entlang. Es gibt etliche enge Dörfer aber darin bin ich ja geübt in der Zwischenzeit. Meine Navi-Tante reklamiert auch öfters da ich an der Küste bleiben will. Ich halte wieder einmal Ausschau nach einem Briefkasten um meine Karten endlich abzuschicken. Ich bemerke auch, dass mein Motor manchmal leicht ins Stottern gerät, ob ich wohl schlechten Diesel getankt habe heute früh? Nach etlichen Briefkästen bei denen ich nicht anhalten kann dann der Durchbruch meine ich, aber es ist nur eine Bank und keine Post. In der Zwischenzeit regnet es auch mehr oder weniger stark. Also weitersuchen, doch der Motor springt nicht mehr an. Nach x-Versuchen doch endlich wieder ein Lebenszeichen, doch das Stottern bleibt und nun blinkt auch die Motor-Überwachungs-Leuchte. Ich fahre weiter bis zu einem Platz wo ich ohne den Verkehr zu stören anhalten kann und suche im Handbuch nach Hilfe. Obwohl die LED blinkt sagt das blöde Display keine Meldungen. Im Handbuch steht auch, dass man nach einem Fehler die Zündung ein paar mal ein/ausschalten soll, ich nehme allen Mut zusammen und drehe den Zündschlüssel. Nun ist wohl das blinken weg, aber der Motor springt nicht mehr an. Ich überbrücke die Batterien um mehr Power zu haben aber alle Mühe ist umsonst. Nun ist guter Rat teuer, von der benachbarten Bootswerft kommt der erste, dann der zweite Helfer aber auch sie finden den Dieselfilter nicht, der laut Handbuch da sein soll. Mir bleibt nichts anderes übrig als den Pannendienst des Touringclubs anzurufen. Nun schreibe ich diese Zeilen und warte geduldig auf Hilfe. Der Touring-club hat das Ganze an den ADAC weiter gegeben und so erkläre ich geduldig ein zweites mal wo ich mich wirklich befinde, auf meinen Vorschlag die Koordinaten anzugeben meint die freundliche Dame aus Deutschland nur das würde auch nicht weiterhelfen. Google und Co scheint noch nicht beim ADAC angekommen zu sein. Sie meinte noch es würde schon eine bis eineinhalb Stunden gehen und die Pannenhelfer seien nicht so gut geschult wie bei uns, daher sollte ich keine Wunder erwarten. Erst mal ein paar Telefonate, sie würden mich nicht finden, sie hätten die ganze neue Nationalstrasse abgesucht, dabei hatte ich ihnen schon vorher gesagt, dass ich auf der alten Strasse sei. Nach einer Stunde trudelte dann einer ein, mit einem kleinen LKW, er machte nicht einmal einen Versuch die Batterie zu überbrücken. Die Hilfe war wie vorher gesagt äusserst begrenzt, er sprach nur griechisch, machte sich nicht mal die Finger schmutzig und dann meinte er mein Fahrzeug sei zu lang für seinen LKW, dabei hatte er die ganze Zeit seine Zigarette im Mundwinkel. Er gab mir dann seinen Chef am Telefon, der machte mir klar, dass ein anderer Abschleppdienst kommen würde, der das Fahrzeug dann direkt in die Mercedes Vertretung in Patras bringen würde. Nun warte ich also auf den nächsten Helfer, das auch schon wieder seit einer Stunde. Hier ist es ja in der Zwischenzeit 17:15, mal sehen, ob heute überhaupt noch einer kommt? Nun um 17:30, ich wollte gerade mal anrufen, da klingelt es der neue Abschleppdienst sei unterwegs, es werde wohl 30 - 40 Min dauern. So war es dann auch, aber der Abschlepp-Wagen ist nicht sehr gross, ob da wohl mein Ding drauf passt? Nach einer Stunde vor und zurück, Keilen unterlagen wieder rauf und runter steht mein Polaris fest verkeilt und mit jeder Menge Spanngurten auf dem Laster, die Hinter-Achse ist mit 10 cm noch auf der Pritsche aber der ganze Rest hängt hinten raus. Vergeblich sucht der Fahrer am Heck seine Blinker zu montieren, Magnete halten nun mal nicht auf Aluminium. Schon beim Anfahren rumpelt seine Kiste grauenvoll die Maschine gibt ihr letztes, ich hoffe nur dass es keine grösseren Steigungen zu überwinden gibt. Mit 40 - 50 brechern wir über die Autobahn, fast alles Baustelle, die Kolonne die sich hinter uns bildet wird sich freuen. Nun geht auch noch ein Gewitter mit Blitz und Donner über Patras nieder, genau was wir brauchen um Abzuladen. Wir brauchen fast eine Stunde bis wir endlich in Patras bei der Garage eintreffen. Zum Glück regnet es nicht mehr. Nun beginnt das selbe Spiel in umgekehrter Reihenfolge, nach 20 Min bricht der Fahrer das ganze ab, verzurrt das WOMO wieder und wendet seinen LKW. Nun sieht es besser aus, die Rampe ist jetzt nicht mehr so steil, aber es ist immer noch viel Arbeit mit den Keilen. Zum Glück habe ich 2 Sets an Keilen dabei, sonst würden wir alt aussehen. Nach wiederum 1 Stunde steht mein WOMO wieder auf seinen 4 Rädern auf festem Grund, mir fällt ein Stein vom Herzen. Ausser ein paar roten Lackspuren vom Transporter ist alles doch noch gut gegangen. Ich rolle auf meine Parkposition, ohne Servo und Fussbremse ist das Schwerstarbeit. Zu meiner Freude gibt's sogar einen 230V Aussenanschluss und so kann ich meine Batterien laden. Es ist nun 22:00 und ich kann endlich mein Abend-Essen abhalten, heute Mittag während des Wartens habe ich schon mal Gehacktes gekocht und so muss ich nur noch Hörnli kochen. Ich kann nach der ganzen Aufregung nicht gleich Schlafen und so sehe ich ob ich hinter dem Gebäude Sat-Empfang habe, und siehe da es funktioniert. Die Nachrichten sind zwar nicht sehr gut, womöglich sind die Griechen schon am neue Drachmen drucken, bis die kommen bin ich weg. Stellplatz Mercedes Garage Patras: N 38°17'17.5" E 21°46'41.3" Gefahrene Km 92 (45)
Patras; 18. Mai 2012 Ich bin früh wach, Duschen und Frühstück sind bald erledigt aber hier herrscht auch um 8:30 noch immer Totenstille, es heisst wieder einmal Warten und Geduld. Gegen 9:00 kommt langsam Leben in die Bude, ich werde keines Blickes gewürdigt, erst nachdem ich dem Chef nicht von der Seite weiche fragt er mich was ich wolle. Und nun gleich der grosse Hammer, er hätte den Leuten vom Pannendienst gestern erklärt, er hätte vor Montag keinen Mechaniker für dieses Fahrzeug und sie hätten mich in die andere Mercedes Garage in Patras bringen sollen, er werde gleich den Pannen-Dienst anrufen sie sollen mich wieder abholen und da hin bringen. Ich flippe aus und erkläre ihm, dass nur schon das Auf- und Abladen mindestens wieder 2 Std dauern würde und das sei absoluter Blödsinn. Er verschwindet erst mal ohne Worte und kommt dann nach 10 Min zurück, er hätte den Mechaniker erreicht aber das könne 2 Std dauern bis er hier sei. Ich warte weiter und mache eine Beschäftigungs-Therapie, ich putze die Radkappen bevor ich sie wieder montiere. Da ich schon dabei bin, wasche ich auch den Rest der Wagens so gut es eben mit einem Eimer und einem kleinen Schwamm geht. Jetzt ist es 12:30, von einem Mechaniker noch keine Spur. Ich weiss bald nicht mehr wo ich noch putzen kann, ins Internet komme ich auch nicht, die Garage hat zwar WIFI aber die Leute kennen das Passwort nicht. Es ist schlichtweg zum Mäuse melken. 12:45 letzte Meldung, er kommt sicher aber erst in 1 1/2 Stunden, da soll einer seine Ruhe bewahren. Um 15:45 dann eine weiter Meldung er sei nun in 5 Min da. Es waren wohl die längsten 5 Min, da er erst um 16:30 eintraf. Erst einmal das Powerpack angeschlossen um die Batterie voll zu laden, mir war doch etwas mulmig als ich auf der Anzeige 16 Volt las, ich hoffe er weiss was er tut. Dann verschwindet er um mit dem Motor-Analyse Gerät aufzukreuzen. Ich schaue ihm über die Schulter aber leider ist alles Griechisch. Erst meint er es seien keine Fehler gemeldet, dann macht er einen zweiten Start und diesmal findet er den Fehler und verschwindet wieder um nach einiger Zeit mit dem Chef zu erscheinen. Dieser schwingt ein Blatt mit einer Zeichnung meines Motors und er erklärt mir, dass der Nockenwellen Sensor defekt sei. Leider hätte er keinen solchen an Lager aber es gebe 2 Möglichkeiten: 1. bei Mercedes bestellen, dann wäre er am Dienstag da. 2. eine andere Garage hätte einen an Lager, mit einem Kurier-Dienst den ich extra bezahlen müsste, aber er wäre am Montag spätestens gegen 11:00 Uhr da. Ich entschied mich dafür. Da meine Fähre ja auf Sonntag gebucht war, musste ich also erst mal umbuchen, sicherheitshalber auf Dienstag. Da die Leute schon alle am zusammenpacken sind hole ich noch schnell mein WC um es zu leeren, wenn bis Montag alles zu ist wird es sonst knapp. Dann frage ich nach einem Supermarkt in der Nähe, ja in etwa 10 Min Entfernung soll es einen geben. Ich wandere also da hin, es ist so ein Metro-Laden, wo man eine Einkäufer- Karte braucht. Ich erkläre der Frau am Eingang, dass ich eine Autopanne hätte und ich mich für's Wochenende eindecken müsse, sie gab mir eine Tageskarte und ich konnte mich umsehen, die hatten alles da was das Herz begehrt, viel Tiefgefrorenes aber alles mehr oder weniger ungeeignet für mich, was soll ich schon mit 5 kg Kotletten oder einem ganzen Spanferkel, auch die US Beef Steaks wie die Poulet-Schenkel waren in 2 kg Packungen. Doch dann wurde ich beim Geflügel-Fach fündig, es gab französische Coquelets. Auch die Seafood Mischung war nicht übermässig gross. Die Tomaten gab's auch nur Kistenweise, hingegen Cherry-Tomaten waren in kleineren Packungen zu finden. Das sollte als bis Montag reichen. Ich kochte mir also eine Fischsuppe mit Crevetten-Einlage und Cherry-Tomaten, sehr gut. Das Wochenende konnte also beginnen. Garagen-Parkplatz Patras: Keine Kilometer
Garage Patras; 19. Mai 2012 Erst mal das traditionelle Samstag-Frühstück mit Spiegelei und Speck, so sieht die Misere doch gleich besser aus. Als erstes muss ich mich an die grosse Wäsche machen, T-Shirts und Unterhosen sind wieder knapp geworden. Mit einem Spanngurt ist schnell eine Wäsche-Leine gebastelt, ich bin ja normalerweise nicht ausgerüstet für solche Situationen, aber in Zukunft werde ich mir wohl so was zulegen. Bald flattert meine Wäsche im Wind und kann bei dem warmen Wetter gut trocknen. Da ich schon dabei bin, schliesse ich meinen Schlauch an und fange an den Wagen zu waschen, mit dem kleinen Abwasch-Schwamm und ohne Leiter eine aufwändige Sache aber ich habe ja Zeit, das Resultat lässt sich sehen, die Spuren der vielen Dreckstrassen sind fast weg. Bis zum Mittagessen bin ich fertig damit, es hat noch Crevetten-Suppe. Nach dem obligaten Mittagsschläfchen reisse ich alle Teppiche raus, einseifen und abspritzen, unwahrscheinlich was da für ein Dreck raus kommt. Am Abend sind alle ausser dem ganz grossen trocken. Die T-Shirts sind auch wieder einsatzbereit. So bringe ich auch den Nachmittag rum, zum Abendessen wird das Poulet gegrillt, in zwei Hälften geschnitten schafft das mein kleiner Grill ganz gut, es schmeckt ausgezeichnet, mit Eisberg-Salat garniert, wunderbar.
Garage Patras 20. Mai 2012 Heute würde ja meine Fähre fahren, statt dessen werde ich mich wohl um meine Foto- und Musik-Sammlung auf PC und den Memory-Sticks kümmern. Der grosse Teppich liegt auch schon wieder in der Sonne. Die Heckgarage will ich noch putzen und aufräumen. Also es wird weiter geputzt, wenn auch nur auf Festplatten usw. Ich bring den Tag rum ohne grosse Ereignisse. Schneller als erwartet ist auch schon wieder Zeit, das Abendessen zu Kochen. Heute steht Spagetti mit Meeresfrüchten und Salat auf dem Speiseplan. Die Mischung mit Muscheln, Tintenfisch und Crevetten wird mit einer meiner Cognac Saucen angerichtet, der Koch hat das wieder einmal toll hingekriegt. Aber schlechteres Wetter ist im Anzug, einige Sender kann meine Sat- Anlage nicht mehr empfangen, wegen der Gebäude-Abdeckung und den dichten Wolken. Kommt ja sowieso nicht viel interessantes, den Wetterbericht habe ich ja gesehen, ändern kann man ja sowieso nichts.
Patras; 21. Mai 2012 Heute Morgen weht ein starker Wind, der sich trotz der 18° recht kühl anfühlt. Nach langem kommt der Pullover aus dem Schrank. Es geht das grosse Warten auf den Sensor los. Der Mechaniker ist seit 09:00 Uhr hier, macht aber keine Anstalten schon mal den alten auszu-bauen. Ob er sich nicht so sicher ist, dass er heute kommt entzieht sich meiner Kenntnisse. Ich jedenfalls bin reisefertig und kann sofort losfahren sobald meine Kiste läuft. Von Abreisen ist zur Zeit keine Rede, der Sensor war schon vor 10:00 hier und der Mechaniker hat ihn sofort ausgetauscht, die Erwartungen waren gross, der Fehler war laut Diagnose schon weg, aber der Motor sprang trotzdem nicht an. Nach langem hin und her und jeder Menge Kabel- und Stecker abziehen sprang er dann doch wiederwillig an. Sogar eine Tour um die Garage war möglich aber der Motor wurde immer lauter und starb dann wieder ab. Nun war erst mal grosse Beratung mit mehreren Mitarbeitern und dem Chef, das Urteil entweder ein Lager oder ein Kolbenring. Der Mechaniker meinte es sei eben ein neuer Typ von Motor und er könnte schon noch unbekannte Mängel haben. Nun habe ich wieder den TCS in der Schweiz und den ADAC in Athen angerufen, und nun warte ich auf eine Antwort. In Griechenland sei kein Ersatz-Motor verfügbar und wegen der Garantie müsse das Fahrzeug wohl in die Schweiz überführt werden. So ein Sch.... Jetzt ist es Abend und es gibt nicht viel Neues über den Motor zu berichten. Immerhin habe ich es geschafft ihn zu starten und das WOMO aus der Garage zu fahren. Erst dachte ich, es könnte der Anlasser sein, der diese Geräusche macht, aber es gibt auch immer noch andere Geräusche aus dem inneren. In der Zwischenzeit sind wir mit dem TCS und ADAC die Möglichkeiten durch gegangen. Eine Reparatur vor Ort würde 3 - 4 Wochen dauern, erst müsste ein Experte von Mercedes das Ganze vor Ort analysieren bevor überhaupt ein neuer Motor in Deutschland bestellt werden könnte, also keine Alternative. Die bessere Variante ist dass ich versuche mit eigener Kraft auf die Fähre zu kommen, um dann in Bari vom Pannendienst abgeholt zu werden. Ich wollte also Aufbrechen und das versuchen aber nichts zu machen, er sprang einfach nicht an, auch nicht mit Unterstützung des Powerpacks. Also werde ich noch eine Nacht hier verbringen und dann hoffentlich Morgen bis zur Fähre zu kommen. Auf der anderen Seite geht das Fahrzeug erst in ein Depot, bis es dann vom TCS in 10 - 14 Tagen in die Schweiz zu überführt wird. Ich werde mit einem Mietwagen zurückfahren. Meine Garage in der Schweiz ist informiert und die können dann das nötige unternehmen. Ich hatte ja gehofft meinen Geburtstag auf dem Gargano zu feiern, stattdessen werde ich im gestreckten Galopp mit einem Kleinwagen Richtung Heimat unterwegs sein. Der TCS scheint alles im Griff zu haben, mein Beitrag für den weltweiten ETI Schutzbrief scheint sich auf alle Fälle gelohnt zu haben. Der Sturm wird immer stärker, in Böen haben wir über 7 - 8 Bf. Mein Zuhause wird ganz schön durchgerüttelt. Glücklicherweise habe ich die Fähre heute Abend nicht mehr geschafft, die Überfahrt wird sicher kein Zucker schlecken, hoffentlich wird's morgen besser, noch bin zwar noch nicht auf der Fähre, aber es kann nur besser werden. Ebenfalls stelle ich mir vor, mir wäre das Ganze in Albanien passiert, nicht auszudenken, obwohl mir der Deutsche Nachbar auf dem Campingplatz gesagt hatte, "Die Albanier lieben Mercedes" es stimmt, ich habe noch nie so viele Merc-Oldtimer gesehen wie da. Vielleicht kann mich das Abendessen aufheitern, es gibt Risotto ai Funghi und Cherry-Tomaten.
Patras – Bari; 22. Mai 2012 Heute nun ist der grosse Tag der Offenbarung, gleich nach dem Frühstück erst mal ein Start-Versuch, die Batterie ist voll geladen, es sollte also theoretisch gehen. Doch die Enttäuschung ist gross, keine Anstalten auch nur ein winziges Lebenszeichen dass er anspringen wollte. Als dann der Mechaniker um 09:00 erscheint holt er seine Starthilfe und das Spiel beginnt von Neuem. Doch auch er kann dem störrischen Ding kein Leben einhauchen. Er fragt mich ob ich irgendwelche Spraydosen mit dem Flammenzeichen hätte, als ich ihm WD 40 mein Universalmittel für alles ausser Staubsaugen bringe, meint er OK. Er spritzt das Zeugs in den Luftfilter während ich mehrere Startversuche mache, doch aller Erfolg bleibt aus. Wie soll ich so nur auf die Fähre kommen? Nach all den gescheiterten Versuchen holt er wieder seinen PC-Maschinen-Analyser und prüft nochmals zum X-ten mal alles. Doch da sehe ich ein blitzen in den Augen, er holt den Werkzeug und fängt an die Motor-Abdeckungen zu demontieren, bis zu dem Punkt wo wir schon einmal waren, der besagte Nockenwellen-Sensor. Er demontiert ihn noch einmal, baut alles wieder zusammen, lässt aber das Kabel weg, ich soll mal jetzt starten, ich glaube es nicht, der Motor jubelt vor sich hin, allerdings immer noch mit den scheppernden Geräuschen im Hintergrund, an ein weiterfahren nach Hause liegt überhaupt nicht drin, aber so komme ich wenigstens auf die Fähre und hoffentlich auch wieder runter. Wieso hatte der gute Mann diese Idee nicht schon früher, ich könnte seit ein paar Tagen schon auf der Rückreise sein. Ich melde mich beim TCS, dass ich aus eigener Kraft bis zur Garage in Bari fahren könnte und also keine Hilfe bräuchte. Die Frau ruft mich nach kurzem zurück, und gibt mir die Adresse der Garage. Nun stehe ich am Hafen von Patras, habe eingecheckt und ab 14:00 kann man auf das abgesperrte Gelände fahren. Position N 38°13'44.4" E 21°43'22.2" Gefahrene Km 14. Vorher muss ich aber noch einige Bestände aus dem Gefrierfach aufbrauchen, da nachher der Kühlschrank wohl nicht die ganze Zeit laufen wird, bis mein WOMO wieder in der Schweiz ist. Als erstes sind da die grossen Crevetten vom Einkauf am letzten Freitag. Nudeln und flambierte Crevetten eine Götterspeise, so vergeht die Zeit. Die Fähre ist zwar schon lange da, aber die Tore des Zolls sind noch geschlossen. Um 14:15 geht’s los, und ich werde mit Handzeichen aufgefordert auf den grossen Parkplatz zu fahren. Papiere will der Zöllner keine sehen nur das Ticket aber dafür muss ich alle Schränke und Türen öffnen, ob ich nicht noch irgendwo einen Schwarzen versteckt hätte. Dann frage ich wo ich parken soll, egal eben wo's platz hat, dabei ist der riesige Platz fast leer. Im ganzen sind nur 5 WOMO's da, aber die anderen fahren alle nach Ancona. Geschafft, ich bin auf der Fähre, um 16:30 winkt mir der Lade-Chef  zu sich heran und ich fahre quietschend aufs Oberdeck. Ich muss erst noch beim Fahrzeug bleiben, es sollen noch 2 LKW's hinter mir geparkt  werden. Obwohl das Deck fast leer ist werden alle in eine Ecke geladen. Da die Fähre aber noch 1 oder 2 Stopps auf dem Weg macht, werden wohl da die Lücken aufgefüllt. Ich schliesse meine Gasflaschen und stecke das Stromkabel an und geniesse die Aussicht von meinem "Balkon", eine Aussenkabine könnte nicht besser sein, mal sehen ob ich noch so denke wenn wir unterwegs sind. Nun habe ich mich erst mal in der Bar niedergelassen, es gibt ja WIFI hier, mal sehen ob ich endlich meine Mails beantworten kann. Leider ist das blöde WIFI wie so oft recht unbrauchbar, regelmässige Abstürze und Ausfälle, Internetseiten müssen 5 mal aufgerufen werden bis es klappt, ich gebe resigniert auf, ich will mich nach einem Nerven kostenden Tag nicht auch noch mit lausigen IT Problemen rumärgern. Erst mal gehe ich Essen, es gibt ein Self- Service Restaurant da mische ich mich unter die Truckers aus Bulgarien, Rumänien und jeder Menge Polen, sogar welche aus Poznan treffe ich. Solange aber noch die Sonne scheint will ich meine Aussicht vom "Balkon" mit einem Glas oder zwei griechischem Wein geniessen. Die Sonne geht in einem Wolkenband unter, doch immer wieder beeindruckend die Sonnenuntergänge auf See. Wir kommen auch recht nahe an einigen Inseln vorbei, mit dem blauen Himmel und den weissen Wolken sehr schön. Auf meinem "Balkon" ist es in der Zwischenzeit ein wenig ungemütlich geworden, die See wird rauer und es gibt feinen Spray aus Salzwasser, dabei habe ich doch alles so schön geputzt, nun hat es eine richtige Salzkruste auf Scheiben und Aufbau. Es wurde wirklich recht laut beim ersten Stopp und es dauerte recht lange bis die ganzen LKW's endlich verladen waren. Nun ist das Deck bis zum letzten Platz belegt, die Lücken zwischen den Fahrzeugen ist weniger als 20 cm. Der zweite Stopp weiss ich nicht ob er nur im Sommer auf Korfu stattfindet, ich habe nichts mehr gehört und tief geschlafen.
Ankunft Bari; 23. Mai 2012 Nach den nächtlichen Störungen muss ich wohl doch sehr gut geschlafen haben (Seeluft oder Erleichterung) auf alle Fälle habe ich sogar den Sonnenaufgang verschlafen. Als ich aufwachte stand sie schon viel zu hoch um noch zu fotografieren. Also erst mal Frühstück, kalte Küche weil ja aus Sicherheits-Gründen das Gas abgestellt ist, es gibt eben Müsli und griechischen Jogurt. Ich starte gleich mit den Aufräum-Arbeiten und packe das Nötigste zusammen um dann bereit zu sein. Aber das Abladen wird mit den vielen LKW's sowieso eine Weile dauern, die stehen ja alle vor mir und müssen zuerst raus. Eine Checkliste habe ich gemacht um nicht in der Aufregung wichtige Dinge zu vergessen, wie etwa die Wechsel-Nummer mitzunehmen um nach Ankunft Zuhause mobil zu sein. Wir haben Verspätung, das lange Verladen gestern war wohl die Ursache. Es ist jetzt 08:45 und die Crew ist dabei die Spanngurten der LKW's zu lösen, aber wir sind noch ein ganzes Stück von der Küste weg. Mein Auto sieht aus wie gezuckert, im Sonnenschein glitzern die ganzen Salzkristalle auf dem Lack.
Bari - Senigallia; 24. Mai 2012 Um 09:20 ist Ankunft, die LKW's lassen schon lange ihre Diesel dröhnen, bevor es endlich losgeht. Ich muss lange warten, weil ich ja eingeklemmt bin. Doch endlich, mein Motor läuft auch schon seit 10 Minuten um warm genug zu sein, dass ich losfahren kann. Kalt stirbt er ja gleich ab sobald ich den Gang einschalte. Am Zoll wieder die Durchsuchung wegen den Schwarzen, alles OK. Ich gebe die Adresse des Automobil Club's ein, aber mein Navi will nichts von dem Wissen, ich fahre also los in die Richtung Bitritto. An der Strasse arbeiten Leute, die ich nach dem Weg frage und so finde ich die Adresse, von weitem sehe ich die gelben Abschleppfahrzeuge des Clubs. Doch oh Schreck, das ist keine Garage sondern der Ablageplatz für alle beschlagnahmten Fahrzeuge oder Unfallwagen der Polizei, eine einzige Schrott-Halde. Ich muss erst auf der Strasse parkieren weil auf dem Gelände alles voll ist, ein absoluter Albtraum. Trotzdem lasse ich das WOMO stehen und bestelle mir ein Taxi um in die Stadt zu fahren damit ich den reservierten Mietwagen in Empfang nehmen kann. Der Taxifahrer fährt wie ein besessener und ich bin froh als wir endlich bei Europcar ankommen. Nun gleich wieder ein Hammer, der Taxifahrer will €60.- für die 10 - 12 Km. Ich sage ihm er sei ein Räuber, danach gibt er sich mit € 50.- zufrieden, was auch immer noch viel zu viel ist. Da er mir aber eine offizielle Quittung gibt, gebe ich ihm das Geld. Ich fahre im Mietwagen die Strecke zurück zum WOMO um Auszuräumen und noch was zu essen bevor ich mich Richtung Norden auf den Weg mache. Es wird 14:00 bis ich alles im Griff habe, als letztes kommt die Wechselnummer weg, damit ich in der Schweiz bei meiner Ankunft mobil bin. Auf der Autobahn hat es fast keinen Verkehr, ich komme gut voran. Nun fängt es aber an recht heftig zu regnen und ich muss entsprechen langsam fahren. Bis nach Ancona wollte ich heute auf alle Fälle kommen. Ich fahre in Chieravalle an der Zigaretten Fabrik vorbei, wo ich vor vielen Jahren öfters tätig war, sie scheint in Betrieb zu sein, einige Renovations-Arbeiten sind im Gang. Schnell fällt die Entscheidung, ich werde wie in alten Zeiten im Senb Hotel in Senigallia absteigen. Zimmer haben sie und ich fahre im gleichen alten Lift in den 2. Stock. Jetzt aber was unter die Zähne, mal sehen ob die Spagetti mit Vongole aus der Gegend immer noch so gut schmecken, sie tun's sie sind zwar winzig klein aber eben sehr geschmackvoll. Mit dem guten Wein habe ich bald die nötige Bettschwere und ich schlafe schnell ein. Gefahrene Km 430
Senigallia - Bologna - Milano - Gotthard – Neuchâtel; 24. Mai 2012 Von den Regenwolken ist nichts mehr da, also richtiges Geburtstags-Wetter. Nach einem für italienischen Verhältnisse üppigen Frühstücks fahre ich nachdem ich getankt habe wieder auf die Autobahn. Der Verkehr hat seit Ancona massiv zugenommen und wegen der vielen Baustellen geht das Vorankommen nicht mehr so flott wie noch gestern. Doch die Touri-Zentren Catolica und Rimini ziehen vorbei, Meer ade es geht ins Landesinnere. Bologna erlebe ich ohne den üblichen Stau. Es hat jetzt viele WOMO's in der Gegenrichtung alle wollen sie wohl Pfingsten am Meer verbringen. Ich bin um die Mittagszeit auf der Umfahrung von Milano, das war super Timing wenn die Leute am Mittagessen sind ist wenig Verkehr, sogar der 10 Km Stau den mein Navi seit Stunden meldet löst sich auf bevor ich da bin. Bis Chiasso herrscht nun Baustelle aber eben um die Zeit sind alle am Essen. Erst vor dem Zoll dann etwa 500m Stau, aber es geht voran. Am Zoll versuche ich ein Vignette für mein französisches Fahrzeug zu kriegen, aber der Mann an der Bar meint ich solle zufahren, die verkaufen sie direkt beim Zoll, so war es auch, eine extra Spur für Leute ohne die nötigen Extras. Auch jetzt wenig Verkehr, alles fährt in die andere Richtung. Ich sollte ja noch was essen, für ein Geburtstagsessen spare ich mir heute Abend auf, also ganz gegen meine Gewohnheiten wird's eben ein MacDo Food, ich will ja weiter und für ein Restaurant Besuch ist es doch ein wenig spät. Mein Opel Corsa hat einige Mühe mit dem Bergsteigen, die kleine Maschine ist eher fürs Flachland ausgelegt, ich bin pausenlos am Schalten. Die laufende Klimaanlage nimmt dem armen Ding auch noch PS weg, aber es ist zwischenzeitlich 30° warm. Vor dem Portal kontrolliert die Polizei jedes Fahrzeug ich weiss nicht was sie suchen. Der Tunnel ist auch geschafft es geht endlich runter, mein Maschinchen jubelt förmlich. So geht es ereignislos weiter über Luzern, Oftringen, Egerkingen. Hier der obligate Stau, man weiss nicht wieso aber es geht nur im Schritttempo weiter. Nach Wangen an der Aare löst sich das Ganze endlich auf und ich nehme die Abzweigung Solothurn - Biel. In Biel will ich mein Geburtstags Essen nachholen und frage mein Navi nach dem nächsten China-Restaurant. Ich wusste gar nicht, dass Biel so viele davon hat. Chinatown tönt gut und beim Kongress-Zentrum hat es ja genügend Parkplätze. Das Essen war toll und ich habe es richtig genossen. In Neuchâtel angekommen will ich noch ein paar von meinen griechischen Orangen loswerden und fahre bei Michèle vorbei. Sie sitzt da mit einem geschienten Bein, es soll Morgen operiert werden. Da ich ja ins selbe Spital für eine Blutprobe muss kann ich sie Morgen da hin fahren. Ich schlafe sehr schlecht, vielleicht plagen mich die Sorgen um mein WOMO doch zu stark. Endlich daheim  Gefahrene Km 850
Nach 3 Wochen Meine Garage ruft an und meldet, dass mein WOMO bei ihnen vor der Türe steht, ich soll vorbeikommen. Schnell bin ich da um zu Besprechen wie es weiter gehen soll. Da die Werkstatt am nächsten Tag einen Lift frei hat, wird sofort daran gearbeitet, Nach ein paar Stunden ist der Motor ausgebaut und Fotos von den verschiedenen Teilen werden an Mercedes geschickt. Diese entscheiden der Motor muss ins Werk zurück, ein Ersatz-Motor wird gleich los geschickt. Nach 2 Tagen war der Neue drin und ich konnte mein WOMO abholen. Der Grund der Panne wurde wie bei Mercedes üblich nicht kommentiert, aber die Mettalsplitter in der Ölwanne verhiessen nichts Gutes.
www.bluemarlin.ch        Fredi on the road again