© 2017 Alfred Pfister
USA Südstaaten Teil 2  
Donnerstag 8.03.2001, New Orleans Heute Morgen will ich mir zuerst den French Market ansehen. Die Markthallen sind renoviert worden, aber sie sollen noch praktisch gleich sein wie vor hundert Jahren. Die Auswahl ist vielseitig, vor allem was die ganzen kreolischen Gewürze und Saucen angeht. Da ich keine zerbrechlichen Sachen transportieren will, bleiben eben nur die T-Shirts. Auch die Voodoo Sachen sind stark vertreten mit Masken, Puppen und allem was dazugehört. Die Früchte sind sehr schön präsentiert, von Mangos über Pflaumen zu jeder Art von Trauben und jeder Art von exotischen Früchten. Der Renner aber scheinen die Erdbeeren zu sein, die Leute kaufen sie wie verrückt und essen sie gleich vor der Halle. Auch Nüsse jeder Art sind vertreten Casjus, Pistache, Baum-, Spanische- und Haselnüsse in den verschiedensten Mengen schön abgepackt. Um 11:30 geht mein Paddelsteamer, den ich natürlich nicht missen will. Es ist einer von den 5 verbleibenden echten Steampaddel Booten, die noch mit Dampf über grosse Schubstangen betrieben wird. Es geht zuerst den Mississippi runter Richtung Meer, das immerhin 100 Flussmeilen südlich von hier liegt. Ein grosser Teil der Docks ist in schlechtem Zustand und wird ganz gehörig vom Zahn der Zeit angenagt und fault oder rostet vor sich hin. Die Erklärungen am Lautsprecher sind sehr ausführlich und interessant. Unten im Hauptdeck gibt’s Buffet Dinner und dazu spielt eine Jazzband. Dem Ufer entlang überall Pelikane und Kormorane. Weiss der Teufel wie die Pelikane so schöne weisse Federn haben, wenn das Wasser so dreckig und braun ist. Irgendwie müssen die das richtige Reinigungsmittel eingebaut haben. Ich habe wieder Probleme mit meiner Kamera, alle Bilder sind zu hell oder haben Blaustich. Wenn ich die Beleuchtung um 1.5 Blenden kleiner mache geht’s, aber dann habe ich wieder lauter kleine Quadrate weil der Weissabgleich nicht richtig arbeitet. Nach dem Riverboat bringe ich meine T-Shirts ins Hotel zurück, um mich abends nochmals auf der Bourbon Street zu tummeln und eine obligate Portion Seafood zu geniessen. Auch mein Telefon funktioniert nicht mehr, seit ich Texas verlassen habe, mal sehen vielleicht funktioniert‘s ab morgen wieder, wenn ich in Mississippi bin. Empress Hotel Ursulines Ave. New Orleans,LA 70116, Tel.(504) 524 9200 Kilometer 0 km 
Freitag 9.03.2001, New Orleans-Mobile Heute Nacht wurde ich ganz unsanft geweckt. Die Wettervorhersage verkündete Regen und Sturm in der Nacht und tatsächlich um 3:05 kam’s knüppeldick. Blitz und Donner, gefolgt von Regen und Wind in rauen Mengen, aber was mich am meisten überraschte, die Präzision der Vorhersage, mit nur 5 Minuten Verspätung war der Sturm über New Orleans. Heute heisst es Abschied nehmen von hier, zuerst noch einmal ein kurzer Besuch des Marktes. Gestern war der eine Stand geschlossen, der Sumpfpflanzen verkaufte, also heute sollte er offen sein, und ich kaufe Stecklinge und Samen von Sumpfpflanzen. Dann geht es weiter in östlicher Richtung. Ich habe einige Probleme, den Highway I-10 nach Osten zu finden. Alle Einfahrten sind immer nur in westliche Richtung, und da kam ich ja her. Schlussendlich hat’s dann doch geklappt. Bevor ich richtig in Fahrt bin, ist schon die nächste Staatsgrenze fällig. Also rein nach Mississippi. Die Besucherzentren sind super hier, jede Menge Karten-Material und Hotelinfo. Da ich nicht auf der Autobahn bleiben will, nehme ich die erst beste Ausfahrt, um wieder ans Meer zu kommen. Die I-90 führt die ganze Zeit dem Meer oder den Lagunen entlang. Mississippi hat sehr freizügige Gesetze, was das Spielen anbelangt und so wimmelt es hier nur so von Casinos. Jedes noch so kleine Nest hat sein grosszügig ausgelegtes Casino, grössere Orte sogar gleich mehrere. Das sind Prunkpaläste oder ausgebaute Schiffe oder was auch immer, sehr schön angelegt und immer mit riesigen Parkplätzen. Eines davon hat sogar einen Schiffsparking, damit die Leute auch mit ihren Jachten direkt zum Spielen kommen können. Da ich schon da bin, will ich doch auch mein Glück versuchen. Die $25.00 die ich mir vorgenommen hatte, waren sehr schnell weg und damit war die Sache für mich erledigt. Also weiter Richtung Osten. Das Meer ist vom Wind aufgewühlt und alles in einem dreckigen braun, also gar nicht besonders einladend. Noch ein paar Casinos weiter und schon kommt die nächste Staatsgrenze, diesmal ist es Alabama. Also wieder kurz auf die I-10 und rein ins Besucherzentrum für Info und Karte. Als nächste Sehenswürdigkeit will ich mir das Kriegsschiff Alabama ansehen, das in Mobile vor Anker liegt. Da es aber schon 16:00 ist und das ganze um 17:00 schliesst, muss ich mir wohl hier in der Gegend ein Hotel suchen. In meiner Hotel-Liste finde ich auch gleich das passende, gleich neben dem Park mit dem Schiff gibt’s ein Best-Western. Also nichts wie hin. Distanz New Orleans – Mobile, Alabama 255 Miles, 410 km   Best Western Battleship Inn 2701 Battleship Pkwy. P.O. Box110 Mobile,Alabama 36601 (334) 432-2703
Samstag 11.03.2001, Mobile-Tallahassee Heute Morgen galt also mein erster Besuch dem ausrangierten Kriegsschiff USS Alabama aus dem 2. Weltkrieg. Sehr interessant das Ganze, vor allem diese 9 riesigen Kanonen in 3 Gruppen, zwei nach vorne und eine Gruppe im Heck. Die Fundamente der Drehtürme gehen bis zum Kiel runter, und diese Türme können auf beide Seiten um 120° gedreht werden. Auch die Panzerung der wichtigen Einrichtungen ist wirklich unglaublich. Leider war der interessanteste Teil des Schiffes, der Maschinenraum, ausgerechnet heute geschlossen. Gleich neben der USS Alabama liegt das Unterseeboot USS Drum, das ebenfalls besichtigt werden kann. Wenn die 2500 Leute auf der Alabama auf engstem Raum leben mussten, so ist das auf dem U-Boot noch einmal reduziert. Und die Leute mussten sich ihre Koje mit denen teilen, die beschäftigt waren, also gab‘s nur Kojen für einen Teil der Besatzung. Die Ausstellung hat auch einen Flugzeugpavillon mit Flugzeugen von den 40er Jahren bis zum Aufklärungs-/Spionage-Flugzeug U-2 aus den Tagen des kalten Krieges. Eine kleine Sammlung von amerikanischen Panzern vervollständigt die Ausstellung, in der Shermann, M48, M60, M75 und verschiedene Kanonen vertreten sind. Leider sind alle Luken verschweisst und die Tanks sind nicht mehr in bester Verfassung. Gegen Mittag will ich meine Reise in östliche Richtung fortsetzen, doch oh Schreck mein hinterer linker Reifen ist praktisch platt. Da ich keine grosse Lust habe diesen idiotischen Notreifen zu montieren, entschliesse ich mich langsam weiterzufahren, da ich nur etwa 1km von hier eine Tankstelle gesehen habe. Natürlich kam es wie es kommen musste, der Kompressor in der Tankstelle ist defekt, keine Luft, also weiterfahren, nochmals einen Kilometer. Hier läuft der Kompressor und mit zwei Quartern ist man dabei. Da die Schutzkappe fehlte, dachte ich, vielleicht haben mir ein paar Jungens einen Streich gespielt. Also pumpen und weiter. Aber nach ein paar Kilometern steht fest, der Reifen hat ein Loch, die Luft ist schon fast wieder raus. Nun geht die Suche also wieder los, wo finde ich Samstags Nachmittag jemanden, der mir einen Reifen repariert? Ich frage mich bei einigen Tankstellen durch und kriege endlich meine richtige Auskunft, dass es ein paar Kilometer weiter einen Reifenhändler gebe, der das flicken könne. Tatsächlich finde ich den ersten, der hat aber schon geschlossen, 12:00 ist da Schluss, also weiter zur Nr. 2, der dann noch offen ist. Der gute Mann sagt mir, dass sie bis 14:00 geöffnet haben, seit der andere um 12:00 Uhr schliesst. Also Reifen runter und dann kommt die böse Überraschung, auf der Innenseite kommen schon die Kutteln aus dem Reifen, also nicht mehr reparierbar. Als Ersatz will mir der gute Mann einen Gebrauchtreifen verkaufen für $25.- plus Tax. Dieser „Ersatzreifen“ musste aber wohl schon seine 50'000 Meilen absolviert haben und war deswegen ein ganz schlechtes Geschäft, da ein neuer schon für $50.-zu haben war. Natürlich hatte dieser neue nicht das gleiche Profil, aber das soll mich nicht gross kümmern. Die beiden vorderen Reifen zeigen auch sehr starke Abnutzungs-Erscheinungen, und ich werde wohl einen Beanstandungsbrief an Hertz schicken müssen, wenn ich zurück bin. Jedenfalls habe ich Fotos gemacht und der defekte Reifen fährt nun auf dem Rücksitz mit. Ich bin auch sonst nicht zufrieden mit dem Wagen, der Kofferraum ist undicht, schon das zweite Mal waren meine Kleider nass, sobald es ein bisschen regnete. Nach diesem Intermezzo geht’s endlich weiter in östlicher Richtung. Da Alabama hier in Golf-Nähe nicht sehr breit ist, bin ich schon bald in Florida. Das übliche Ritual, rein ins Besucherzentrum um Karten und Dokumente zu holen. Einziger Unterschied hier, anstelle des Coca-Cola’s gibt’s frisch gepressten Orangen- oder Grapefruit Saft aus Florida, natürlich eiskalt, sodass gleich das Halszäpfchen einfriert. Mein heutiges Ziel heisst Tallahassee, Hauptstadt von Florida. Am Samstag ist es viel zu schwierig und dementsprechend teuer am Meer zu übernachten, also bleibe ich Inland, morgen geht’s dann wieder ans Meer. Ich muss mich auch schon langsam darauf vorbereiten, dass ich nur noch eine Woche Ferien habe, und daher werde ich wohl morgen meine Reise zurück in westliche Richtung fortsetzen. Die Fahrt heute auf dem I-10 war zwar sehr schön mit den Pinienwäldern links und rechts der Autobahn, aber am Meer gefällt‘s mir doch besser. Bevor ich nach Tallahassee kam, habe ich noch die Zeitgrenze überschritten, nun sind es nur noch 6 Stunden Unterschied zur Schweiz, statt der 7 von vorher.  Budget Inn Tallahassee(850) 224-4174 Distanz Mobile, Alabama – Tallahassee, Florida 285 Miles, 460 km
Donnerstag 15.03.2001,Galveston - Johnson Space Center Heute also der dritte Versuch, das Eisenbahn Museum zu besuchen. Es hat sogar geklappt. Das Museum ist bei meiner Ankunft offen. Nichts wie rein, solange es möglich ist. Die interaktiven Vorführungen sind entweder defekt oder sonst total veraltet, mit Filmprojektoren, die auch schon aus dem letzten Jahrhundert stammen. Auch das Rollmaterial ist in einem desolaten Zustand, wenn sie nicht bald mit Restaurieren anfangen, ist in 10 Jahren alles verfault oder weggerostet, schade eigentlich. Zudem sind auf dem ganzen Gelände nur zwei Dampfloks, und ein paar nicht so alte Dieselloks. Die Modell-Eisenbahn ist hinter verkratztem Plexiglas, was das Fotografieren unmöglich macht, also alles in allem eher nicht so sehenswert. Ich bin schneller fertig als ich dachte und mache mich auf den Weg, nicht ohne vorher nochmals ein paar Kilometer auf der Küstenstrasse entlang zu fahren, um mich gebührend vom Meer zu verabschieden. Es geht in nördlicher Richtung auf der I-45 Richtung Houston Spacecenter. Da ich auf dem Weg an so einem riesigen Factory-Outlet vorbeikomme, will ich mich da noch umsehen. Levis Jeans in rauen Mengen, aber diejenigen, die ich möchte sind, in meiner Grösse nicht vorhanden. Also nun erst mal ein Hotel gefunden. Die Adressen die ich hatte, waren schon voll oder hatten nur noch Suites zu überrissenen Preisen. Also weitersuchen immer der Nase nach. Beim vierten Anlauf klappt es, ein neu eröffnetes Hotel hat ein Zimmer für mich und zu normalen Preisen. Die Überraschung im Zimmer ist gelungen, ein wunderschönes Zimmer, grosses Bett, Kühlschrank und Kitchenette, alles ist vorhanden. Es ist das schönste Zimmer, das ich bis jetzt auf der Reise hatte. Meine Antibiotika tun ihre Wirkung, mein Fieber ist weg und es geht mir besser. Extendet Stayamerica 1410 Nasa Road one, Nassau Bay, Tx 77058 Tel. (281)333-9494 Kilometer Galveston – Houston Space Center
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Sonntag 10.03.2001, Tallahassee - Gulf Shores Heute bin ich an meinem östlichsten Punkt, und es heisst umkehren. Da mein Hotel recht zentral gelegen war, muss ich zuerst durch die Stadt fahren, um ans Meer zu kommen. Ich fahre also an den ganzen Gebäuden vorbei, die uns im Zusammenhang mit den Wahlen um Bush öfter am Fernsehen gezeigt wurden. Ich fahre die 319 in südlicher Richtung, bis ans Meer, wo diese Strasse den Namen wechselt in 98, da sie nun in westliche Richtung geht. Diese Gegend ist sehr schön und es wechselt immer zwischen Sanddünen, Lagunen oder Pinienwäldern. Da es immer wieder über diese Lagunen geht, fehlen auch die ganzen Brücken nicht, da auch der Intracoastel Waterway hier durch verläuft, kreuze ich auch diesen mehrmals. Es geht weiter an der Tyndal Airbase vorbei, und ich wundere mich über die vielen Abschrankungen und Flaggen. Morgen erfahre ich auch warum, George W. Bush kommt zu Besuch, leider hatte er mich nicht vorher informiert, sonst hätte ich mich einrichten können. Kurz darauf kommt Panama City, Fl. Was für ein Unterschied zu den vorher eher verträumten Stränden. Hier geht’s hoch her. Die Studenten haben ja Frühlings-Ferien und so sind sie alle hier. Mit ihren Trucks machen sie nichts anderes als die Strasse die am Strand entlang führt, rauf und runter zu fahren, Rap Musik/Lärm voll aufgedreht und so tanzen und grölen sie auf der Ladefläche ihrer Trucks. Natürlich sind auch alle Hotels voll, also muss ich weiterfahren. Aber es ist ein grosser Unterschied zu den 65+ Touristen, die ich normalerweise auf meinen Reisen treffe. Ich fahre weiter über die 98 an Fort Walton Beach und Pensacola vorbei, wo die Strassenbezeichnung von 98 auf 292 wechselt. Bald kommt auch die Staatsgrenze nach Alabama und hier trägt die Küstenstrasse den Namen 182. In Gulf Shores fange ich mit der Hotelsuche an und beim dritten Anlauf klappt es auch. Ich finde ein Hotel direkt am Strand mit Balkon auf den Strand, super. Das Zimmer ist für Familien ausgelegt, hat es doch ein grosses Schlafzimmer und einen Salon mit Küchenecke. Zum Kochen habe ich allerdings keine grosse Lust, ich bin krank. Angefangen hat’s mit Durchfall, gefolgt von Hals-, Kopf-, Ohren- und Muskel-Schmerzen, weiss der Teufel was ich erwischt habe. Da es schon dunkel ist, kann ich heute Abend keine Fotos mehr machen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Youngs by the sea Motel, 401 East Beach Blvd. Gulf Shores, Al 36542 Tel. (334) 948 4181 Distanz Talahassee - Gulf Shores, Alabama 284 Miles, 458 km
Montag 12.03.2001, Gulf Shores-Hammond Welche Überraschung heute Morgen. Alles trüb und grau, man sieht kaum die Wellen am Strand, obwohl sie nur 100 Meter vom Hotel entfernt sind, dafür hört man sie umso besser. Starker Wind ist aufgekommen und die Wellen gehen hoch. Auch ist Tornado- und Sturmwarnung angesagt aber für die Gegend östlich von mir, und da komme ich ja her. Meine Schmerzen sind auch nicht weg und ich muss in die Apotheke, um Aspirin und andere Medikamente zu holen. Mein ganzer Hals ist rot, geschwollen und schmerzt bis zu den Ohren und Zähnen. Ich wäre eigentlich gerne noch einen Tag hier geblieben, aber unter diesen Umständen will ich weiter nach Westen. Ich fahre also über die 180 bis Port Morgan, wo mich eine Fähre nach Delphin Island bringt. Hier führt die Strasse über Brücken und Inseln wie auf den Keys in Florida. Die 193 führt mich auf die 188 in Richtung Mississippi.. Ich muss ein paar Mal anhalten, weil der Regen so intensiv ist, dass man Null Sicht hat. Zudem sind meine Reifen vorne so abgefahren und glatt wie ein Kinderfüdeli. Wie ich dann am Abend erfahre, hat dieser Sturm 23 Mobilhomes zerstört, und ein paar Leute getötet. In Grand Bay kreuze ich den I-10, den ich dann in westlicher Richtung nehme. Die Mississippi/Louisiana Staatsgrenze ist nur ein Katzensprung von hier. In Slidell nehme ich die Abzweigung auf den I-12, da ich nicht noch einmal nach New Orleans zurück will. Hier verläuft auch die längste Brücke der Welt über den Lake Pontchartrain, aber diese würde mich wieder nach New Orleans bringen, und ich will ja nach Westen, Richtung Baton Rouge. In Hammond etwa 20 Meilen vor Baton Rouge finde ich dann ein Hotel, und zu meiner grossen Freude stehen die Waschmaschinen der Laundry direkt neben meinem Zimmer. Ich muss nach dem Regen wieder einen grossen Teil meiner Wäsche waschen, da im undichten Kofferraum wieder alles tropfnass geworden ist.  Friendly Inn Inc. 43106 Airport Road, Exit 42 off I-12, Hammond LA 70403, Tel. 504/542-9939 Distanz Gulf Shores Al – Hammond, Luisiana194 Miles, 312 km
Dienstag 13.03.2001, Hammond - Port Arthur Heute geht’s weiter in westlicher Richtung, auf der I-12, die nach Baton Rouge wieder zur I-10 wird. Da ich noch den zweiten Teil des Creole Nature Trails machen will, nehme ich bei Lacassine die 101 in südlicher Richtung bis Hayes, dann die 14 in westlicher Richtung bis Holmwood, wo die 27 dann über Creole und Oak Grove bis ans Meer geht. In Cameron bringt mich die Fähre wieder auf die 82, die dann bis Texas geht. Es hat wieder jede Menge Alligatoren in den Kanälen links und rechts der Strasse, aber diese sind alle nur 50 bis 80 cm gross, also zu klein um zu fotografieren. Bei Holly Beach beginnt dann eine der einsamsten Gegenden, nur Strasse und Sand für Kilometer ohne Ende. Am Sabine Pass, einer grossen Brücke am Ausfluss des Sabine Lakes, endet Louisiana, ich bin nun wieder in Texas, bei Port Arthur, einer Industrie-Stadt der schlimmen Sorte. Hier finde ich dann mein Hotel. Royal Inn 3015 Hwy. 73 West Port Arthur, Tx 77640 Tel. (409) 736-1554 Distanz Hammond, Louisiana – Port Arthur Tx260 Miles, 418 km
Mittwoch 14.03.2001, Port Arthur - Galveston Der heutige Abschnitt wird nicht sehr lang, ich will nur zurück nach Galveston. Das Wetter ist wieder einmal nicht besonders, Regen und Sturm ist angesagt. Die 87, die dem Meer entlang führt, ist vorübergehend geschlossen, also muss ich auf die 73 ausweichen. Nichts Spektakuläres, ausser den tiefen Wolken am Himmel, die nichts Gutes ahnen lassen. Ich erreiche auch bald die Fähre, die mich nach Galveston rüber bringt. Nun legt der Regen auch so richtig los, und es schüttet wie aus Kübeln. Da mein Hals immer noch nicht besser ist und ich heute Morgen wieder schweissgebadet wegen Fieber aufgewacht bin, habe ich mich entschlossen, einen Doktor aufzusuchen. Man sagt mir auf der Touristen Information, dass der einfachste Weg zu einem Arzt hier in Galveston das Universitäts Spital direkt am Hafen sei. Also fahre ich da hin. Eine riesige Fabrik, mindestens drei Mal grösser als das CHUV in Lausanne. Ich begebe mich wie empfohlen zur Emergency, das sogar seine eigene Parkgarage hat. Nun geht erst einmal der Papierkrieg los, gefolgt von einer Krankenschwester, die den Puls nimmt und Fieber misst. All das ging noch einiger Massen zügig voran, doch nun geht es in den Warteraum, und der wird seinem Namen vollumfänglich gerecht. Einzige Unterhaltung hier: plötzlich rumort es hinten im Raum und in Null Komma Nichts ist die schönste Schlägerei im Gange. Irgendein Patient schlägt sich mit einem Pfleger, andere mischen sich ein und die Leute erheben sich alle und rennen hin, um ja alles aus nächster Nähe zu verfolgen und nichts zu verpassen. Der ganze Spuk dauert keine 3 Minuten, und die Polizei ist zur Stelle, um den unliebsamen Gast in Empfang zu nehmen. Er hat nichts abgekriegt aber zwei andere bluten im Gesicht. Die Gaffer nehmen auch wieder ihre alten Plätze ein und die Warterei geht weiter. 1 1/2 Stunden vergehen, bis ich mit drei anderen Personen aufgerufen werde einer Dame zu folgen. Diese verteilt uns auf drei verschiedene Räume und verschwindet wieder, um dann nach einer weiteren 1/2  Stunde mit den ganzen Apparaturen für eine Halsuntersuchung aufzutauchen. Die Frau Doktor macht das sehr gründlich und findet eine Entzündung, die mit Antibiotika behandelt werden müsse. Nach 10 Minuten bin ich also zurück im Warteraum und warte diesmal auf meine Entlassungs-Papiere und vor allem auf mein Rezept für die Medikamente. Das dauert natürlich wieder. Als ich endlich dran bin, dann der grosse Schock, das ganze kostet $200.-ohne die Medikamente, aber ich habe meine Papiere und kann in die Spital eigene Apotheke, um meine Medikamente zu holen. Es wird eine Nummer vergeben, auf der sogar die zu erwartende Wartezeit vermerkt ist. Bei mir steht 49 Minuten. Ich kann also in aller Ruhe nach draussen gehen, um dem Wetter oder besser gesagt dem Unwetter zuzusehen. Wie erwartet dauert es länger als die 49 Minuten, bis ich an der Reihe bin. Mit $13.70 auch mit Kreditkarte zahlbar bin ich entlassen, habe meine Antibiotika für 10 Tage und kann losfahren. Ich suche mir ein Hotel an der Seafront, das schnell gefunden ist, deponiere mein Gepäck und fahre zurück in die Altstadt, ich will heute noch das Eisenbahn Museum besuchen. Doch wieder steht „closed“ an der Tür, beim letzten Besuch war’s wegen dem Mardi Gras, diesmal weil sie um 16:00 schon schliessen, also wieder nichts. Statt dessen gehe ich einkaufen, ich brauche Milch und Jogurt, seit ein paar Tagen hatte ich keine mehr. Auch das ist hier schwierig zu finden, es gibt nur dieses „low fat, no fat, no nothing“ Zeug’s, aber keine normale Milch oder ein normales Jogurt. Mich wundert’s, wieso die Leute hier so etwas brauchen, sonst stopfen sie doch auch das ganze Fettzeug ungehindert und in rauen Mengen in sich hinein. Die Buffet Type Restaurants zeigen das sehr schön, je dicker und fetter die Person, desto mehr und umso fetter ist das Zeug auf dem Telle,r und weil ja alles inbegriffen ist, wird das volle Programm gefahren, von der Suppe über die Vorspeise zum doppelten Hauptgang und wenn’s irgendwie geht auch doppelter Dessert. Ein schlimmer Anblick diese humpelnden US-Festungen. Seahorse Motor Inn Galveston Distanz Port Arthur Tx.– Galveston Tx. 260 Miles, 418 km 
Freitag 16.03.2001, Jonson Space Center - Houston Heute Morgen bin ich Punkt zehn am Eingang zum Johnson Space Center. Mein erster Denkfehler, Hunderte von Amis sind schon da und warten bis die Kassen öffnen. Wieder einmal wundere ich mich wie die Amis mit ihrer Organisation je zum Mond gekommen sind. Die Türen und die Kassen öffnen zur selben Zeit also gibt’s Stau. Anstatt die Türen eine halbe Stunde vorher zu öffnen, geht erst einmal das lange Warten los; kein Mensch kommt um 10 Uhr rein, weil niemand ein Ticket hat. Nach etwa 30 Minuten habe ich mein Ticket und kann eintreten. Nur um festzustellen, dass da drin jetzt schon alles gerammelt voll ist und draussen nach und nach Schulbusse in langen Schlangen ankommen oder schon da sind. Ich will also gleich den Kommandoraum besuchen, dazu heisst es anstehen im Irrgarten. Zwischen gespannten Seilen geht’s Zick-Zack bis zum Schalter, wo eine gute Frau jede Gruppe bis zum „Tram“ begleitet und ihnen einen Platz zuweist. Was für ein zeitraubendes System: um so ein Tram mit 100 Personen zu beladen, braucht es gut und gerne 20 Minuten. Da einzelne Besucher eigentlich nicht oft vorkommen, bekomme ich meinen Sitz ganz hinten beim Tourbegleiter. Dann geht’s endlich unter der Strasse durch aufs NASA Gelände. Im Empfang des Kontrollraums dann das pure Durcheinander, alle persönlichen Metallgegenstände wie Kamera und Telefone etc müssen in einem Schliessfach deponiert werden, bevor man durch einen Metalldetektor die langen Treppen hinauf zum Kontrollraum gehen kann. Sehr interessant, da es sich hier um den Hauptkontrollpunkt handelt, der alle zur Zeit laufenden Raummissionen steuert und überwacht. Leider haben die Astronauten gerade Ruhezeit und so sieht man wenig Action, zum Glück hatte ich gestern im Hotel gesehen, was zur Zeit oben los ist, da die Hotel rund ums Space Center an die offiziellen Übertragungen angeschlossen sind, kann man also vom Hotelbett aus sehen, was im MIR oder im Shuttle passiert. Nach diesem Bereich geht’s weiter zum Gebäude, wo die nächste Generation Space-Fahrzeuge der X-38 gebaut und getestet wird. Auch sehr interessant, aussen steht auch ein Container mit ABB Aufschrift, (weiss der Teufel was ABB hier macht). Über den Rocket Park mit der Hauptattraktion - der Trägerrakete für die nicht mehr durchgeführte Apollo – 18 Mission und ein paar kleineren Raketen - geht’s zurück zum Besucher Zentrum. Leider geht der Zirkus nun wieder von neuem los, es geht mit einem anderen „Tram“ wieder dahin zurück, um die nächste Attraktion, den alten Kontrollraum zu besuchen. Natürlich ist auch die Warterei und das ganze Drum und Dran wieder von neuem zu durchlaufen. Was für eine Zeitverschwendung. Es gäbe noch eine dritte Reise hinaus, aber in der Zwischenzeit steht die Wartezeit-Anzeige auf 60 Minuten und das ganze schenke ich mir. Es ist auch unverständlich, wieso die Leute mit Kleinkindern vom Kinderwagen Alter bis 10 Jahren so etwas ansehen müssen, das interessiert diese nämlich überhaupt nicht, wie man leicht feststellen kann, aber wahrscheinlich gehört das zur Geschichte der jungen USA, dass man im Kinderwagen schon im Space Center war. Gegen 15:00 wird das Ganze dann so voll, dass ich wohl oder übel dem Ganzen den Rücken kehre und mich langsam in Richtung Houston Airport bewege, wo ich ja die nächsten zwei Nächte bleiben will. Wieder einmal steht das gesuchte Hotel nicht da, wo der Plan es sieht, aber mit etwas Phantasie finde ich es dann doch. Sehr schön und ganz neu, mit Busservice zum Flughafen. Leider sind keine Restaurants in der Nähe, und da ich keine Lust habe, noch mit dem Auto rumzukurven und ein Restaurant zu suchen, fällt das Abendessen eben aus und ich gehe früh schlafen, ich muss noch vor holen für die Rückreise.   Country Inns & Suites 20611 Highway 59, Humble, Tx 77338, Te. (281) 446-4977 Johnson-Space Ceter – Houston Airport 92 Miles, 148 Km
Samstag 17.03.2001, Houston Heute habe ich nun erst einmal meinen Koffer und die Reisetasche ausgeräumt, um die Platzverhältnisse abzuklären. Ich kann nichts mehr einkaufen, wenn ich nicht auch noch einen Koffer kaufen will. Also rein in die Stadt, um eine Stadtrundfahrt zu machen. Leider wieder keine so gute Idee, jede zweite Strasse ist von der Polizei abgesperrt. Heute ist St. Patricks-Day und da erinnert sich gleich jeder Amerikaner, dass er möglicherweise etwas Irisches Blut in sich hat, also gibt’s eben eine Parade. Leider gibt es für zu spät Kommende keine Parkmöglichkeit, und so sehe ich das Ganze nur von Weitem. Ich muss mir eben die Teile der Stadt ansehen, die keine Parade haben, leider ist das nur das Business Zentrum und das ist nicht besonders interessant. Ich fahre noch ein wenig herum und suche mir ein gutes Seafood Restaurant für mein Abschieds-Essen. Ich werde auch fündig und schlage noch einmal voll zu mit Austern, Shrimp-Bisque und Fisch mit Krebs, Shrimp und Scampi. Wunderbar, so brauche ich auch kein Abendessen, da ich ja sowieso kein Auto mehr habe. Ich kaufe doch noch ein paar Kleinigkeiten und fahre ins Hotel, um das Auto komplett zu entladen und bringe es anschliessend zu Hertz zurück, wo ich meine vielen Beanstandungen anbringe. Die gute Frau am Empfang scheint überrascht über so viel Schrott, aber möglicherweise hört sie das doch öfter. Den Reifen zieht sie von den Kosten ab, gibt mir einen Gutschein für $50.-, und ich kann zurück zum Flughafen, um den Gratisbus zum Hotel zu erwischen. Nun sitze ich hier im Hotel und schreibe meine Story und rechne die ganzen Kilometer zusammen, ich packe so viel wie möglich schon mal in den Koffer, aber sicher werde ich morgen nochmals von vorne anfangen. Country Inns & Suites 20611 Highway 59, Humble, Tx 77338, Te. (281) 446-4977 Houston Apt. – Houston Airport 36 Miles, 58 Km
Sonntag 18.03.2001, Houston - Chicago - Zürich - Jona - Neuchatel Heute geht’s mit dem Gratisbus zum Flughafen. Beim Check-In keine weiteren Probleme, der Flug fliegt rechtzeitig ab, aber er ist recht voll. In Chicago dann erst mal mit dem „Führerlosen Zug“ von Terminal 3 nach Terminal 5 zum Internationalen Abflug. Viele Leute hier und wieder einmal ärgere ich mich wie die Amis ein relativ einfaches System kompliziert machen können. Ich kaufe eine Flasche im Dutyfree, der befindet sich 5 Meter ausserhalb der Abflugzone. Also erst durch die Flugkontrolle und warten bis ein kleines Männchen die Sachen bringt, die man 10 Meter entfernt gekauft hat, natürlich verbunden mit der nötigen Wartezeit und der zugehörigen Warteschlange. Ebenfalls befindet sich mein Abfluggate wieder einmal im entferntesten Winkel des Gebäudes. Auch dieser Flug ist natürlich sehr voll und dementsprechend wenig Platz, um die Beine zu strecken. Alles in allem ein ruhiger Flug und ich kriege doch ein Auge voll Schlaf. Die Ankunft ist trotz des langen Herumkurvens über Zürich nach Plan. Wie erwartet ist auch mein Vater pünktlich zur Stelle, und es geht nach Jona, um mein Auto abzuholen. Von hier fahre ich direkt nach Zürich zur Arbeit. Da erfahre ich dass man mich schon im Wallis in Monthey erwartet, also kurz nach Neuchâtel, um das Gepäck zu deponieren. Sofort weiter nach Lausanne ins Büro. Ich rufe von da aus in Monthey an, nur um herauszufinden dass heute Josefs -Tag sei, und daher sei niemand von der Wartungs-Mannschaft da, welch ein Glück. Ich verabrede mich also für Morgen. Und fahre nach Neuchâtel zurück, um ein bisschen zu schlafen. Sammlung von Autokennzeichen: Zusammenfassung: Hinflug Samstag 24. Februar 2001 Zürich – Chicago SR 124 10:20 – 15:30 Chicago – Houston SR 7582 14:55 – 16:55 Rückflug 18. – 19. März 2001 Houston – Chicago SR 7743 11:45 – 14:20 Chicago – Zürich SR 125 16:30 – 7:45 Meilen: 3204 Kilometer: 5155 US Gallonen Benzin : 108.1 Liter Benzin: 409.2 $ Benzin: 147,70 CHF Benzin: 251.1 Verbrauch L/Km: 7.94 Ø Preis/Liter 0.61

2001 Texas Südstaten

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